Mit Sablage findet in HAMMERBROOKLYN eine interessante Umkehrung statt, denn sie rücken mit ihren Arbeiten den Schwerpunkt zurück auf das Ursprungsmaterial, welches lange Zeit als Untergrund für Graffitis diente: die Wand. Die Kunstkombo arbeitet dabei stark plastisch. Durch den Materialabtrag wird in den Werken eine starke Tiefenwirkung erzielt und es entstehen Objekte, von denen jedes einzelne ein Unikat ist. Das Kollektiv arbeitet somit bildhauerisch: Durch das Abtragen von Material, aber auch durch das Hinzufügen anderer Werkstoffe. Diese Vermischung führt zu einem interessanten Spannungsverhältnis. Außerdem präsentieren die plastischen Oberflächen einen Kontrast und eine dialektische Charakterisierung, denn sie zeigen das offensichtliche Äußere, wie auch das verborgene Innere, dass an vielen Stellen ersichtlich wird. Sablage verwendet die Wand künstlerisch also nicht nur als Oberfläche, sondern auch als Substanz, dreidimensionalen Körper und als Teil der Architektur.

Simultan erinnern Sablage durch die Verwendung des Sandstrahlers an das Buffen von illegal angebrachten Graffitis im öffentlichen Raum und werfen so einen erweiterten Blick auf die ganzheitliche Erscheinung sowie Geschichte des Exponats in Hammerbrook. Durch die partielle Zerstörung des Mediums Wand und den Gebrauch des Sands, werden die Betrachter*innen für das unaufhaltsame Vergehen von Zeit, aber auch gegenüber den beiden eher als unpopulär wahrgenommenen Medien sensibilisiert.

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Hammerbrooklyn 2020-08-12
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