Wer denkt beim Künstlernamen ›mittenimwald‹ nicht an den Spruch »den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen« – und genau dort führt die Reise hin. An einen Ort, der erst als solcher wahrgenommen wird, wenn man auch den ganzen Weg dorthin selbst zurückgelegt hat. Mitten ins Herz einer detaillierten Pop-propagandistischen stencil-art-Welt in rot, weiß und schwarz. Ist das Kunst? mittenimwald verneint es. Sicher ist: handwerkliches Geschick trifft auf grafisches Können. Extrem detaillierte, handgecuttete Schablonen, mit Spraydosen auf den sorgfältig grundierten, organischen Werkstoff Holz gesprüht. 

Geschickt arrangierte, vielschichtige stencil-art an der Schwelle zu airbrush. Junge, hübsche, subkulturelle Damen blicken uns sinnbefreit an, Revoluzzer, Pop-Ikonen, Dikatoren und andere Unsterbliche trohnen plakativ über Botschaften wie »fuck art«, »Wash your dirty money with my art«, »enjoy capitalism«, »banker zum henker«. Und immer wieder – »vandalism«. Haben wir den Weg bis hierhin mehr oder weniger selber gefunden, werden wir genau hier wieder alleine gelassen – mitten im Wald, in einer Epoche voller Überfluss und mit einer Mangelverwaltung. Die Inhalte haben sich erschöpft um die Form zu wahren – doch die Deutungshoheit liegt beim Betrachter.

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Hammerbrooklyn 2020-11-25
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