Emesa Amze, Anna T-Iron, Bona Berlin, La Rue, Rafi die Erste (Stick up Girlz), Dizy (Stick up Girlz), Jennifer Kauka, Lady Wave (AFC), MickLaRock (AFC), Fany (AFC), Ream (AFC), Fluff (AFC), Shiva (AFC)Shiva (AFC)

Die Ausstellung „Female Frames“ nimmt den weiblichen Blick auf Graffiti in den Fokus und verleiht damit Sprayerinnen mehr Sichtbarkeit. Obwohl die Relevanz der Kunstform in den letzten Jahrzehnten durch eine Vielzahl an Veröffentlichungen hervorgehoben wurde, bleiben geschlechtlich codierte Leerstellen im Diskurs. Die Arbeit weiblicher Akteurinnen stand hierdurch lange im Schatten der großen Debatten, sodass sich die Frage aufdrängt, welche Identitäten eigentlich repräsentiert werden – und welche ausgeschlossen.

Mit der Gruppenausstellung „Female Frames“ tritt die OZM Gallery diesen historischen Leerstellen entgegen. Ausgestellt werden die Werke von Vorreiterinnen der ersten Generation sowie von jungen Talenten, die für eine Emanzipation in der Geschichte des Graffiti stehen. Mit Arbeiten von Emesa Amze, Anna T-Iron, La Rue, Rafi die Erste (Stick up Girlz), Dizy (Stick up Girlz), Jennifer Kauka, Lady Wave (AFC), MickLaRock (AFC), Fany (AFC), Ream (AFC), Fluff (AFC), Shiva (AFC).

Die in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen benutzen jeweils ganz unterschiedliche Malstile und -techniken wie auch Materialien, um sich visuell auszudrücken. Einige der Werke entstehen zudem direkt am Ausstellungsstandort, wodurch ortsspezifische Attribute in den Arbeiten zum Vorschein kommen. 

Female Frames Ausstellung 16. Dezember  bis TBA im JUPITER FIRST FLOOR
Öffnungszeiten: Mo.–So.: 12 bis 19 Uhr
https://www.jupiter.hamburg/

Emesa

Marija Silvija Ambrazeviciute, bekannt unter ihrem Künstlernamen Emesa Amze, ist in Litauen geboren, hat als Kind die Straßen Londons geprägt und später als Teenager die Schwarzwald-Landschaften erkundet.

In jedem ihrer Kunstwerke offenbart sich ihre Fähigkeit, Schönheit und Positivität in den unterschiedlichsten Umgebungen zu entdecken und zu zelebrieren. Ihre Werke sind eine Reflexion ihrer persönlichen Reise, die Stärke und Resilienz vermitteln. Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Frauen in ihren Kunstwerken, die Selbstbewusstsein und Stolz ausstrahlen und einen wesentlichen Beitrag zum vielfältigen Mosaik urbaner Kunst leisten.

Rafi die Erste

Rafi die Erste, eine Pionierin des Graffitis aus Porto, verband Architektur und Kunst, um die Straßen von Lissabon und Porto mit ihren Werken zu bereichern. Nachdem sie nationale Anerkennung erlangte, öffnete sie 2011 den ersten Graffiti-Shop in Porto und trat 2015 der internationalen Graffiti-Crew Stick Up Girlz bei. Ihre künstlerische Reise führte sie zu Projekten, die Frauenrechte und Gemeinschaftskunst in Kap Verde unterstützen. Ihre Arbeiten, die Fragen zur Abstraktion von Buchstaben stellen, spiegeln die Harmonie des Ganzen wider und verwandeln Schmerz in Sinn. Für ihre Beiträge zur Kunst erhielt sie 2023 die Medal of Merit der Stadt Porto.

Anna T-Iron

Anna T-Iron ist eine in Hamburg lebende multidisziplinäre Künstlerin, die sich auf handgeschriebene Typografie, Grafikdesign, Schildermalerei und Illustration spezialisiert hat. Annas Arbeiten sind getrieben von Handwerkskunst, Dynamik, Farben, Früchten und Spaß – sowie ihrer Lust auf tropische Pflanzen und retrofuturistische Vibes. Anna ist viel unterwegs und malt farbenfrohe Wandbilder, die von handgeschriebenen typografischen Stilen in Kombination mit Illustrationen, kühnen Mustern und Strukturen dominiert werden. Mit ihrer 15-jährigen praktischen Erfahrung in der Graffiti-Malerei ist Anna bereit für neue Wände, Brücken, Geschäfte, Fenster und mehr. Sie ist wahnsinnig durstig nach neuen Herausforderungen, dem Erlernen und Teilen von Fertigkeiten und Abenteuern und immer auf der Suche nach dem nächsten Ziel, das es zu erreichen gilt. Sie möchte immer mit Menschen in Kontakt treten und ihre Fähigkeiten und ihr Wissen mit der Welt teilen.

La Rue

Alejandra Caicedo, auch bekannt als La Rue, ist eine multidisziplinäre Künstlerin aus Cali, Kolumbien, deren Werk die Grenzen traditioneller Kunst sprengt. In ihren Werken, die durch Pastelltöne und eine leuchtende Farbpalette geprägt sind, schafft sie alternative Universen, die das Idyllische mit dem Dystopischen verweben und die Natur sowie weibliche Figuren in den Mittelpunkt stellen. Ihre Kunst umarmt das Irdische und reflektiert die menschliche Erfahrung mit all ihren Schönheiten und Widersprüchen. Seit ihrer Ankunft in Hamburg, kurz vor der globalen Pandemie, erlebte ihre Arbeit einen Paradigmenwechsel, beeinflusst durch ihre Erlebnisse als afro-lateinamerikanische Frau in Europa und wird zunehmend zu einem Mittel der Katharsis und Reflexion migratorischer Trauer.

Shiva (AFC) Vom Quadrat zum Graffiti Anuschka Heilig aka Shiva hat sich schon früh vom klassischen Graffiti in die Welt der Geometrien und Symmetrien begeben. Das Quadrat gilt als Symbol für Stärke und Stabilität. Gerade Kanten und rechte Winkel verleihen der Figur Statik und Ausgewogenheit. Geometrische Formen und Schraffuren, die sich aus den Proportionen des Quadrats ableiten, transformiert sie in Buchstaben und schließlich in ein Bild.